Was ist zu tun, wenn der Apothekeninhaber oder die Apothekeninhaberin verstirbt?

Im Falle, dass der Apothekeninhaber stirbt, stehen die Erben oft vor unlösbaren Aufgaben. Wie kann die Apotheke fortgeführt werden?

Eine einfache Lösung wäre, wenn einer bzw. eine der Erben Apotheker ist. Anders sieht es aus, wenn keiner der Erben Apotheker ist.

Zuerst sollte man aber wissen, dass die Apotheke für ein Jahr zur Aushilfe durch einen angestellten Apotheker verwaltet werden darf. In dieser Zeit können die Lösungswege ggf. entschieden werden.

1. Möglichkeit – Verpachtung durch Ehegatten

Erbt der Ehegatte oder aber der Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz die Apotheke, so darf er diese verpachten. Er muss dabei selbst kein Apotheker sein! Die Verpachtung kann bis zu einer neuen Heirat erfolgen. Im Fall der Lebenspartnerschaft endet diese besondere Erlaubnis bei Eingehung in einer neuen Lebenspartnerschaft.

Vorteilhaft dabei ist, dass der hinterbliebene Ehegatte abgesichert bleibt, da die Apotheke weiter besteht. Dabei kommt es unter Umständen darauf an, welche finanzielle Belastungen auf der Apotheke noch lasten. Eine ungeplante Aufdeckung stiller Reserven mit der unangenehmen Folge, einen Aufgabegewinn versteuern zu müssen, ohne dass dabei ein Cent fließt, tritt nicht ein. Erst bei einer erneuten Heirat oder bei einer erneuten Lebenspartnerschaft kommt es zu einer Betriebsaufgabe und damit zu einer Besteuerung des Aufgabegewinns. Den Zeitpunkt der Betriebsaufgabe kann man aber – auch ohne eine erneute Bindung einzugehen – während der Verpachtungsphase steuern. Beispielsweise bis zur Erreichung des 55. Lebensjahres, oder bis aufgrund anderer Umstände die Steuerlast erträglich wird.
Schließlich bietet die Verpachtungsphase die Möglichkeit einen Käufer zu finden, der einen angemessenen Preis zahlen will. Durch die Verpachtung kann man also Zeit gewinnen und in Ruhe einen Käufer suchen. Notverkäufe werden in aller Regel verhindert!

2. Möglichkeit – Verpachtung durch Kinder

Auch die erbberechtigten Kinder können die Apotheke verpachten, und zwar solange, bis das jüngste Kind das 23. Lebensjahr vollendet hat. Nimmt eines der Kinder vor Vollendung des 23. Lebensjahres selbst die Ausbildung zum Apotheker auf, so kann die Verpachtungsfrist angemessen verlängert werden.

Die verpachtete Apotheke darf sogar innerhalb eines Ortes oder in einen angrenzenden Stadtbezirk verlegt werden, ohne dass hierfür eine besondere Erlaubnis erforderlich ist! Dies dürfte ein weiteres Argument für eine Verpachtung sein!

3. Möglichkeit – Nachfolge regeln

Zu beachten ist, dass durch das Verpachtungsprivileg erbrechtliche Fragen nicht gelöst werden. Das kann ausschließlich durch Testament, Erbvertrag oder letztwillige Verfügungen erfolgen!

4. Möglichkeit – Verkauf

Seit dem 01.01.2004 dürfen nunmehr Apotheker bis zu drei Filialapotheken betreiben. Damit erhöht sich die Zahl der potentiellen Käufer um ein Vielfaches.

Dabei ist zu beachten, dass Filialapotheken nur zwischen angrenzenden Städten und Kreisen gegründet werden dürfen. Die Hauptapotheke in Berlin und eine einzige Filialapotheke in Hamburg ist eindeutig nicht zulässig. Darauf sollten Käufer und Verkäufer achten! Auch muss für jede Filialapotheke ein zuständiger Apotheker eingestellt werden.

Detaillierte Angaben entnehmen Sie bitte unserem Mandanten-Rundschreiben oder schreiben Sie mit uns eine Anfrage per E-Mail.