„Geschenke“ oder „Aufmerksamkeiten“ an Geschäftsfreunde

Die Finanzverwaltung hat, fast unbemerkt, den Begriff der „steuerfreien Aufmerksamkeit“ aus dem Lohnsteuerrecht auf Dritte, also Kunden und Geschäftspartner, ausgeweitet. Sachgeschenke anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses (z.B. Geburtstag, Jubiläum, Hochzeit, Geburt, Konfirmation oder Kommunion eines Kindes, Richtfest, Umzug, Krankheit eines Ehegatten etc.) bleiben danach mit einem Wert von bis zu Brutto 60,00 € (einschließlich Umsatzsteuer) steuerfrei. Die Aufwendungen sind in voller Höhe als Betriebsausgabe abzugsfähig. Eine Pauschalsteuer für den Schenker gem. § 37b EStG fällt in diesem Fall nicht an. Wird dagegen der Betrag in Höhe von 60,00 € überschritten, ist die Anwendung der Pauschalbesteuerung gem. § 37b EStG möglich.

Bei dem Betrag von Brutto 60,00 € (einschließlich Umsatzsteuer) für Aufmerksamkeiten, die dem Arbeitnehmer oder einem Dritten (Geschäftsfreund) aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses zugewendet werden, handelt es sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag.

Die Freigrenze gilt je Anlass. Demzufolge kann die Freigrenze mehrfach im Jahr oder auch Monat genutzt werden, wenn die Voraussetzungen des persönlichen Anlasses gegeben sind (z.B. Geburtstag, Hochzeit, Geburt eines Kindes) und die Wertgrenze von Brutto 60,00 € (einschließlich Umsatzsteuer) bei den einzelnen Sachzuwendungen nicht überschritten wird.

Dagegen fallen Geschenke, die nicht auf einem persönlichen Anlass des Beschenkten beruhen (wie zu den Feiertagen Ostern, Pfingsten, Weihnachten), unter die beschränkte Abzugsfähigkeit bis 35,00 € gem. § 4 Abs. 5 Satz 1 Ziff. 1 EStG. Damit der Beschenkte das Geschenk nicht als Betriebseinnahme versteuern muss, kann der Schenker die Pauschalbesteuerung gem. § 37b EStG vornehmen und die Steuer abführen.

Wenn es sich um eine bloße Aufmerksamkeit handelt, ist dagegen keine Betriebseinnahme anzusetzen. Bei den Grundaufzeichnungen (Erfassung der Belege nach Zahlungsart) ist darauf zu achten, dass auf dem Beleg vermerkt wird, was die Veranlassung des Geschenkes oder der Aufmerksamkeit war. Es ist daher bei Zuwendungen an Dritte wichtig, Aufmerksamkeiten aus einem besonderen persönlichen Ereignis konkret festzuhalten.

Fazit: Bei Beachtung dieser zwingenden Voraussetzungen stellen Aufmerksamkeiten bis zu einer Höhe von Brutto 60,00 € (einschließlich Umsatzsteuer) stets eine abzugsfähige Betriebsausgabe beim Schenker und eine steuerfreie Einnahme beim Empfänger dar.